Eine Formel schätzt aus deiner Schrittlänge. Sie sieht nicht, wie du wirklich trittst. RoadFitter misst den Kniewinkel per Kamera über die ganze Trittsequenz — und sagt dir die Verstellung in Millimetern.
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Wer seine Sattelhöhe berechnen oder nach Schrittlänge einstellen will, landet meist bei einer dieser Formeln:
Fast alle Sattelhöhen-Rechner im Netz arbeiten mit einem Faktor auf die Schrittlänge. Die bekanntesten:
Alle drei haben denselben blinden Fleck: Sie beschreiben einen Körper im Stillstand. Zwei Menschen mit identischer Schrittlänge sitzen völlig unterschiedlich, sobald sie treten — unterschiedliche Beckenkippung, unterschiedliche Fußhaltung, unterschiedliche Beweglichkeit. Ein Faktor kann das nicht wissen.
LeMond und Hügi, gleichgewichtet nebeneinander — beide ab Tretlagermitte bis Satteloberkante.
Beide liegen praktisch immer unter 2 mm auseinander — zwei unabhängige Wege, fast dasselbe Ergebnis.
Barfuß, Rücken und Fersen an der Wand. Ein Buch fest wie ein Sattel in den Schritt schieben, bis es die Wand berührt — dann vom Boden bis zur Buchoberkante messen. Anpressdruck des Buchs und wie gerade du stehst, machen schon ein paar Millimeter Unterschied — deshalb rechnet der Rechner oben bewusst nur auf eine Nachkommastelle genau, keine Zehntelmillimeter-Scheingenauigkeit.
Was die Formel nicht weiß: deine Kurbellänge (historisch auf rund 172,5–175 mm kalibriert — eine andere Länge verschiebt den untersten Pedalpunkt mit), dein Pedalsystem und deine Schuhsohle (Klicksysteme und Sohlenstärken unterscheiden sich spürbar), die Bauhöhe von Sattel und Sattelstütze, und deine individuelle Beweglichkeit in Becken und Sprunggelenk. Der Rechner gibt dir einen Startwert im Stillstand — ob er für dein Pedalieren stimmt, zeigt erst der Kniewinkel im Treten.
Viele suchen für die klassische KOPS-Regel („Knie über Pedalachse") einen Messwert in Millimetern. RoadFitter liefert den nicht — und das ist bewusst so.
Was die App zeigt: dein Knie-Lot bei waagerechter Kurbel — eine Linie vom Kniegelenk nach unten, auf deinem eigenen Foto. Mit zwei Pfeilen verschiebst du sie selbst, bis sie über deinem Fußballen (der ungefähren Pedalachse) steht oder eben nicht. Das ist eine visuelle Referenz, keine automatische Erkennung: RoadFitter hat keinen Pedal- oder Zeh-Bezugspunkt im Bild, nur Kniegelenk und Knöchel. Du entscheidest, nicht die App.
Was die App nicht macht: Sie bewertet die Position nicht mit einer Ampel, nennt keinen Sollwert und misst keinen Setback in Millimetern. Nach einer erneuten Messung zeigt sie höchstens eine grob geschätzte, mit „~" gekennzeichnete relative Veränderung zum eigenen letzten Lauf — berechnet mit einer angenommenen typischen Oberschenkellänge, nicht mit deiner tatsächlich gemessenen. Das Feature ist Teil von Pro.
Und zur Einordnung: KOPS selbst ist eine historische Faustregel, keine wissenschaftlich validierte Methode. RoadFitter zeigt sie deshalb ausdrücklich als „historischer Richtwert, kein festes Muss" — ein Startpunkt für die eigene Einschätzung oder das Gespräch mit einem Fitter, kein automatisches Urteil.
Die Sattelhöhe ist die einzige Größe der Sitzposition, für die es wissenschaftlichen Konsens gibt — und der drückt sich nicht in Zentimetern aus, sondern im Kniewinkel am unteren Totpunkt: 30 bis 40 Grad.
Dieser Winkel ist im Treten messbar — und zwar dort, wo er entsteht. Das Becken kippt unter Last, der Fuß senkt sich, die Ferse wandert. Ein im Sitzen gemessener Wert und ein im Treten gemessener Wert fallen deshalb regelmäßig auseinander. Nur der zweite beschreibt die Position, in der du tatsächlich Kilometer machst.
Und weil ein einzelner Moment nichts über eine Bewegung aussagt, zählt der Median über viele Kurbelumdrehungen. Ausreißer fliegen automatisch raus.
Der eigentliche Nutzen liegt nicht im Winkel, sondern in dem, was daraus folgt. „Dein Knie ist bei 46 Grad" hilft niemandem weiter. „Sattel etwa 15 mm höher, insgesamt rund 48 mm — in Schritten verstellen und nach jedem Schritt neu messen" schon.
Genau das macht die App: Sie rechnet die Winkelabweichung in Millimeter Sattelverstellung um, schlägt bei großen Abweichungen größere Schritte vor und lässt dich nach jeder Verstellung neu messen, bis der Wert im Zielbereich liegt. Ein Durchgang dauert rund zwei Minuten.
Konvention ist: von der Mitte des Tretlagers entlang des Sitzrohrs bis zur Satteloberkante. Wichtig ist vor allem, dass du immer gleich misst — sonst vergleichst du beim nächsten Mal Äpfel mit Birnen. In der App kannst du den Wert zusammen mit der Messung notieren, damit du später weißt, worauf sich das Ergebnis bezog.
Klein anfangen. Fünf Millimeter sind am Knie bereits deutlich spürbar. Bei großen Abweichungen schlägt die App größere Schritte vor, empfiehlt aber weiterhin, in Etappen zu gehen und dazwischen zu messen — der Körper braucht ein paar Fahrten, um sich an eine neue Höhe zu gewöhnen.
Nein. Es erledigt den Teil, der sich objektiv von der Seite messen lässt. Seitliches Kniewandern, Cleat-Position, Beinlängendifferenzen: das sieht eine Seitenkamera grundsätzlich nicht. Ein Studio-Fitting kostet in Deutschland meist 150–450 € (mehr dazu: was ein Bikefitting kostet) und ist sein Geld wert, wenn es irgendwo wirklich klemmt. Bei anhaltenden Schmerzen gehört der Weg zu einer Fachperson.
Ja, seit Version 1.4 — und nicht als vergrößertes iPhone: der Bericht steht dort zweispaltig, Foto und Millimeter-Ansage links, alle Winkel und die Messqualität rechts. Gemessen wird identisch, mit denselben Zielbereichen.